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11.01.2018

Pressegespräch zum Leitungswechsel im Kinderschutz-Zentrum Köln

Renate Blum-Maurice übergibt nach 29 Jahren Tätigkeit die Fachliche Leitung des Kinderschutzbundes/ Kinderschutz-Zentrums Köln an ihre Nachfolgerin Maria Große Perdekamp.

Alte und neue Fachleiterin im Kinderschutz-Zentrum Köln, links Renate Blum Maurice neben Maria Große Perdekamp

Anlässlich eines Pressegesprächs im Kinderschutzbund informierten Vorstand und Geschäftsführung über diesen stattgefundenen Leitungs-wechsel im Kinderschutz-Zentrum Köln.
Im Laufe des Jahres 2018 wird sich mit Renate Blum-Maurice eine engagierte Vertreterin des hilfeorientierten Kinderschutzes in Köln in den Ruhestand verabschieden. Seit 1989 hat sie zunächst als Psychologin und Familien- und Kindertherapeutin, ab 1992 als therapeu­tische Koordinatorin das Team des Kinderschutz-Zentrums verstärkt und die Prinzipien eines dialogischen Kinderschutzes mit entwickelt.
1997 übernahm sie die Fachliche Leitung und hat seitdem die Arbeit in den drei Bereichen Familienberatung, präventiver Kinderschutz im Stadtteil und Hilfen in der frühen Kindheit verantwortlich mit aufgebaut, gestaltet und geleitet. In ihrer gemeinsamen Leitungsverantwortung mit Geschäftsführerin Barbara Zaabe und getragen durch den Vorstand des Vereins hat sich das Kinderschutz-Zentrum Köln zu einem der bundesweit größten und renommiertesten Kinderschutz-Zentren weiterentwickelt.

Die Konsolidierung und Weiterentwicklung der verschiedenen Angebote des Kinderschutz-Zentrums für Kinder und Familien war Blum-Maurice` hauptsächliches Anliegen in enger Zusammenarbeit mit allen Mitarbeiter*innen. „Unter dem Motto ‚Eltern helfen – Kinder schützen‘ ging es darum, Kindern ein Aufwachsen ohne Gewalt zu ermöglichen, und sie in schwierigen Familiensituationen dadurch zu unterstützen, dass ein Zugang und gute Hilfen auch für ihre Eltern bereit gestellt und bedarfsorientiert entwickelt werden,“ erinnert sich Blum-Maurice.

Zur Weiterentwicklung gehörten für sie und ihr Team die Initiierung und Beförderung neuer Themen und Projekte im Kinderschutz und in der Jugendhilfe, hierfür zwei Beispiele: „Hilfen in der frühen Kindheit sind eine wichtige und präventive Aufgabe des Kinderschutzes“ – mit dieser Überzeugung nahm das Kinderschutz-Zentrum unter ihrer Leitung schon 1998 eine Entwicklung vorweg, die inzwischen in der Jugendhilfe zu einem neuen Grundverständnis eines frühzeitigen Hilfeangebots für belastete Eltern und Kinder geführt hat.

Mit dem Recht des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung ist im Jahr 2000 endlich ein Grundrecht von Kindern festgeschrieben worden. Der Deutsche Kinderschutzbund hatte dies auf allen Ebenen seit Jahren gefordert. Renate Blum-Maurice war maßgeblich daran beteiligt, dass in Köln im gleichen Jahr ein großes Bündnis für eine gewaltfreie Erziehung entstand. „Dabei geht es vor allem darum, Eltern die Bedeutung und die Konsequenzen von Gewalt in der Erziehung zu vermitteln und sie bei der Entwicklung gewaltfreier Erziehungsmethoden zu unterstützen“.

Als aktuelle Herausforderung sind im Kinderschutz-Zentrum in den letzten Jahren verschiedene Hilfen und Angebote für geflüchtete Kinder und Familien entwickelt worden.

Besonders am Herzen lagen Blum-Maurice die lokale und überregionale Vernetzung und die Lobbyarbeit für Kinder und Familien. Zu nennen sind hier als Beispiele für ihr Engagement der Aufbau des Kalker Netzwerks für Familien, ein Zusammenschluss von 12 Kindertagesstätten und zahlreichen Hilfen verschiedener Träger für Kinder im Kleinkind- und Vorschulalter und ihre Familien in drei Familienzentren in Kalk, Höhenberg-Vingst und Humboldt-Gremberg, ausgezeichnet als Best Practice Einrichtung durch das Land NRW; sowie der anstoßende Einsatz für das Angebot von Kinder-Willkommen-Besuchen für Eltern mit Neugeborenen in Köln.

In der Lobbyarbeit war es ihr, unterstützt durch den Vorstand und das Team, ein Anliegen, immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Lebensbedingungen von Kindern und Familien z.B. der schockierend angestiegene Anteil von armen Familien und Kindern, wesentlich geprägt werden von ihrem gesell-schaftlichen Umfeld und politischen Entscheidungen und dass hier die Familienpolitik und eine solidarische Gesellschaft gefordert sind.

Vor dem Hintergrund all dieser Erfahrungen war Frau Blum-Maurice immer wieder auch auf überregionaler und internationaler Ebene gefragt und aktiv.

Neue Fachleiterin Maria Große Perdekamp

Zum 1. Januar 2018 hat Blum-Maurice nun die fachlichen Geschicke in die Hände ihrer Nachfolgerin Maria Große Perdekamp übergeben. Frau Große Perdekamp ist Diplom Heilpädagogin und approbierte Kinder- und Jugendlichentherapeutin.
Mit ihrer langjährigen Tätigkeit in der kommunalen Erziehungsberatung in Essen weiß sie, was gute Hilfe ausmacht und wie wichtig die Vernetzung von Helfern ist, um auch problem-behaftete Familien zu erreichen. Zuletzt hat sie das bundesweite Onlineberatungsportal der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung für die Sorgen von Eltern und Jugendlichen geleitet. „Das Thema Kinderschutz zieht sich wie ein roter Faden durch meinen Berufsweg“, resümiert Große Perdekamp. Denn sowohl in der Beratung und Therapie vor Ort als auch digital in der Onlineberatung hat sie viele junge Menschen und Familien bei der Bewältigung von körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt unterstützt.

„Es ist wichtig, die sich verändernden Lebenswelten von Kindern und Familien, insbesondere in Bezug auf digitale Medien, zu verstehen und unsere Angebote darauf auszurichten“, mit diesem Verständnis will Große Perdekamp die Arbeit des Kinderschutz-Zentrums weiter-entwickeln. So wird z. B. im belasteten Stadtteil Kalk ein neues Projekt geplant, das besonders Kinder mit Schulschwierigkeiten unterstützen wird.

Neben der kompetenten Beratungsarbeit in der Familienberatungs-stelle des Kinderschutz-bundes in der Bonner Straße schätzt auch Große Perdekamp den Ansatz der Hilfen in der frühen Kindheit für den Schutz und die Unterstützung von Kindern. Sie berichtet, wie z. B. ein Elterncafé Müttern und Vätern ersten Rat und Austausch bei allen Sorgen rund um die Kleinen bietet und den Übergang in den Kindergarten begleitet. Im Kalker Elterncafé werden nun verstärkt die Türen für geflüchtete Familien geöffnet. Damit leistet dieses unkompliziert erreichbare Angebot einen guten Beitrag zur Integration.

Mit dem personellen Wechsel sieht sich der Kinderschutzbund/ das Kinderschutz-Zentrum Köln gut aufgestellt, um die Fragen und Belange des Kinderschutzes in Köln gut weiterverfolgen zu können.

 

 

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