| Einführende Literatur |
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H.E. Richter: Eltern, Kind, Neurose. Die Rolle des Kindes in der Familie. Stuttgart, 1996. Richter, einer der Begründer der Familientherapie in Deutschland, beschreibt in diesem Standardwerk, wie Eltern ihre Kinder unbewusst in Rollen drängen und von ihnen darüber "Erlösung" aus eigenen Konflikten erwarten. Die Familie wird als ein Geflecht von Beziehungen verstanden, in dem Kinder und Eltern sich wechselseitig beeinflussen. Anhand vieler Fallgeschichten wird plastisch nachvollziehbar, wie kindliche Verhaltensauffälligkeiten entstehen können. H. Petri: Erziehungsgewalt. Zum Verhältnis von persönlicher und gesellschaftlicher Gewaltausübung in der Erziehung. Frankfurt/M., 1991 Petri untersucht neben personaler Gewalt auch die strukturellen Bedingungen von Gewalt, gibt Hinweise zu Auswirkungen von Gewalterfahrungen in der Kindheit und zur Prävention. T. Bauriedl: Leben in Beziehungen. Von der Notwendigkeit, Grenzen zu finden. Freiburg, 1996 Bauriedl hat eine psychoanalytische Beziehungstheorie entwickelt, auf deren Grundlage sie in diesem Buch zeigt, wo die Bedingungen und Möglichkeiten liegen, Beziehungen von Anfang an zu pflegen und sie stetig zu verbessern. Sie beschreibt auch, wie aus Unsicherheit über Grenzen in Beziehungen Gewalt und Missbrauch entstehen können. Kinderschutz-Zentrum Berlin e.V.: Kindesmisshandlung - Erkennen und Helfen. Kinderschutz-Zentrum Berlin e.V., Berlin, 2000 (herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend) In diesem wichtigen Hand- und Arbeitsbuch werden Fallbeispiele aufgeführt und Anregungen zu einer erfolgreichen Hilfe gegeben. Die Autoren befassen sich nicht mit der strafrechtlichen Seite der Kindesmisshandlung. Dies ist eine Aufgabe der Polizei und der Gerichte. Statt dessen wenden sie sich an all jene, die aus beruflichen oder persönlichen Interessen mit Kindern umgehen. M. Dornes: Die frühe Kindheit. Entwicklungspsychologie der ersten Lebensjahre. Frankfurt/M., 1997 Dornes beschreibt plastisch und gut nachvollziehbar die Entwicklung von Kindern zwischen 0 und 3 Jahren. In dieser Zeit werden entscheidende Grundlagen für die weitere Entwicklung von Menschen gelegt. Ein sehr lesenswertes Kapitel über Kindesmisshandlung, ihre Entstehung und ihre Folgen schließt das Buch ab. ![]() W.Zenz, K. Bächer & R. Blum-Maurice (Hg.): Die vergessenen Kinder. Vernachlässigung, Armut und Unterversorgung in Deutschland. Köln, 2002 Kindesvernachlässigung wurde lange Zeit aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt. Doch je mehr Familien von Armut betroffen sind, desto mehr Kinder werden vernachlässigt. Lässt sich das Problem nicht mehr ignorieren, wird es häufig auf individuelles Fehlverhalten verkürzt. Demgegenüber wecken die AutorInnen Verständnis für Zusammenhänge und zeigen Möglichkeiten für Veränderungen auf. Sie behandeln drei thematische Schwerpunkte: Gesellschaftliche Voraussetzungen für Armut und Vernachlässigung; Ursachen und Formen von Kindesvernachlässigung sowie neue Handlungskonzepte und Praxismodelle. Die HerausgeberInnen sind allesamt MitarbeiterInnen des Kölner Kinderschutz-Zentrums. |