Kinderschutzbund Köln
Kinderschutz-Zentrum
Fachliches Selbstverständnis
Aufgaben und Ziele

Hauptaufgabe des Kinderschutz-Zentrums ist es, Kindesvernachlässigung, körperliche und psychische sowie sexuelle Gewalt gegen Kinder in ihrem Vorkommen zu vermindern und die Folgen der Gewalt zu lindern. Dies geschieht durch konsequente Entwicklung, Anwendung und Verbreitung von spezifischen, an den Ursachen von Gewalt ansetzenden Hilfen.

Die Hilfen sollen so angeboten werden, dass sich zum einen Eltern verstanden, unterstützt und geschützt wissen und zum anderen Kinder Schutz und Unterstützung erfahren. Die Kinder bzw. Jugendlichen sollen ihr Entwicklungspotential so entfalten können, dass sie sich zu zufriedenen, selbständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten entwickeln.

Eine umfassende Sicherung des Kindeswohls heißt für uns, sowohl die physischen wie psychischen Entwicklungschancen der Kinder zu befördern, als auch ihre allgemeinen Lebensbedingungen positiv zu gestalten, gemäß Art. 3 der UN-Konvention über die Rechte des Kindes, der das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt des Handelns stellt.

Das Kinderschutz-Zentrum stärkt die ganze Familie, das heißt, der Schutz des Kindes ist eingebettet in den Schutz der Eltern vor Versagen und Scheitern, vor Schande, Scham und Schuld. Schutz der gesamten Familie heißt weiter, soviel Partizipation und Einbindung der Familienmitglieder wie möglich, sowie frühzeitige, lebensweltorientierte Hilfen zur Stärkung der familiären Ressourcen.

 
Gewalt in Familien und gegen Kinder
Das Kinderschutz-Zentrum orientiert sich in seiner Arbeit an folgender Definition von Gewalt gegen Kinder:

Kindesmisshandlung stellt eine nicht zufällige, gewaltsame psychische und / oder physische Beeinträchtigung oder Vernachlässigung des Kindes durch Eltern / Erziehungsberechtigte oder Dritte dar, die das Kind schädigt, verletzt, in seiner Entwicklung hemmt oder zu Tode bringt.

Diese Definition umfasst

  • strukturelle Gewalt
  • Vernachlässigung
  • körperliche Gewalt
  • seelische Gewalt
  • sexuelle Gewalt
  • häusliche Gewalt

jeweils in unterschiedlichen Ausprägungen und Schweregraden.

Nicht die Aufklärung einer Tat, sondern der Schutz des Kindes und die Hilfen für die Eltern und die ganze Familie bilden den Mittelpunkt der Arbeit des Kinderschutz-Zentrums. Viele Faktoren bestimmen und gestalten diesen Prozess.

Das Kinderschutz-Zentrum begreift gewaltförmige Verhältnisse in Familien als Ausdruck eines Scheiterns – des Scheiterns eines einzelnen Menschen, von sozialen Beziehungen sowie des Familien- und Gesellschaftssystems.

Daher hat Gewalt in Familien und gegen Kinder viele Gründe und Ursachen, die bei den einzelnen Familien auf dem Hintergrund ihrer persönlichen Lebenserfahrung und ihrer persönlichen Lebensbedingungen unterschiedlich stark zum Tragen kommen und jeweils einer kind- und familienspezifischen Analyse bedürfen. Selten gibt es eine einfache Erklärung dafür, dass eine Familie in eine sie überwältigende Krise geraten ist; meist zeigt sich im Beratungsprozess, dass unterschiedlichste Faktoren und Gefährdungslagen in ihrer Verbindung und wechselwirkenden Verschärfung ursächlich sind.

 
Standards und Prinzipien der Arbeit
Alle Angebote des Kinderschutz-Zentrums Köln sind
  • kind-
  • familien-
  • lebenswelt- und
  • ressourcenorientiert

Daraus leiten sich folgende Prinzipien der Arbeit ab:

  • konsequente Hilfeorientierung
  • Hilfeentwicklung im Dialog
  • Freiwilligkeit und Unterstützung der Eigenmotivation
  • Vertrauen und Offenheit
  • Transparenz und Vernetzung
  • Selbsthilfe und Ressourcenorientierung
  • Hilfen im Verbund
  • Prävention
 
Kooperation
Das Kinderschutz-Zentrum arbeitet zum Wohle der betroffenen Kinder und ihrer Familien und um die Effizienz seiner lösungsorientierten Arbeit zu steigern, offen, vertrauensvoll und transparent im Einzelfall mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt Köln sowie mit zahlreichen Trägern psychosozialer Angebote zusammen.

Daneben tragen die MitarbeiterInnen des Kinderschutz-Zentrums durch Teilnahme an Arbeitskreisen und Tagungen, durch zahlreiche Veröffentlichungen sowie intensive Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zu einer Verbreitung von Themen und Anliegen des Kinderschutzes bei.